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Hewlett-Packard kauft Palm und konzentriert sich auf webOS

Caroline GabrielCaroline Gabriel

Überraschenderweise hat Hewlett-Packard Palm für 1,2 Mrd. USD aufgekauft – eher das untere Ende des erwarteten Kaufpreises für den Hersteller des Palm Pre Smartphones. Damit hat sich der PC-Riese sozusagen einen relativ billigen „Schuss“ verpasst, mit dem er seine Smartphone-Strategie und in seinem Hauptmarkt, dem Unternehmensgeschäft, auch seine Präsenz stärken kann und ein paar Technologien dazu gewinnt, mit denen er möglicherweise im Markt für die neuen Geräte, die sich zwischen Telefonen und Notebooks ansiedeln, einen Platz sichern kann – ein überlebenswichtiges Segment, in dem jeder PC-Hersteller sich profilieren muss, wenn er nachhaltige Wachstumsraten sichern will.

  • Was Palm angeht, ist die beste Nachricht, dass sich überhaupt ein Käufer gefunden hat – was ja schon keineswegs mehr sicher schien, nachdem diverse Kaufinteressenten, fast alle aus dem asiatischen Raum, vorzeitig ausgeschieden waren. Einige der Palm-Innovationen werden im Rahmen der HP Produktreihe überleben, auch wenn die Traditionsmarke mit der Zeit vom Markt verschwindet. Die Zukunft des wichtigsten technologischen Palm-Assets, des hochentwickelten, aber zu wenig genutzten WebOS, ist allerdings noch keineswegs gesichert. Laut HP-Angaben soll die Plattform weiterhin genutzt werden, Investitionen werden aber wohl nur auf Kosten der derzeitigen Favoriten, Android und Windows Mobile, getätigt werden, wenn es HP gelingt, die Entwickler-Community dazu zu bringen, entsprechenden Support in einem Umfang zu leisten, wie es Palm nicht geschafft hat.
  • Der Zeitpunkt für den Kauf war von HP gut geplant: Als die Übernahme noch Schlagzeilen machte und der Kaufpreis für Palm in die Höhe schnellte, blieb HP außen vor und schnappte erst zu, als HTC, Huawei und andere Interessenten ausgeschieden waren. Damit wurde der Aktienpreis nach unten getrieben, aus Angst, dass Palm sonst gar keinen Käufer finden würde. Unklar ist, ob der Anbieter Lenovo, ein Erzrivale von HP aus China, der allem Anschein nach ernsthaft interessiert war, auch bereits im Vorfeld ausgeschieden war; offensichtlich war das Unternehmen allerdings nicht bereit, sich auf einen Preiskrieg einzulassen. Wie HP hat auch Lenovo seine Smartphone-Strategie aufgepeppt und wollte zusätzlich zum Unternehmensgeschäft auch im Privatkundenmarkt für Handsets und neue Formate wie Tablets und Smartbooks Fuß fassen.

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