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Pressemeldung

10.09.2007

Google und Capgemini kündigen Partnerschaft für Office-Anwendungen an – der nächste Schritt in Richtung SaaS (Software-as-a-Service)

  • Google und Capgemini kündigen gemeinsame Initiative für Google Apps Premier Edition an
  • Anwenderbedarf wird logisch unterstützt, aber Allianz hat noch relativ wenig Market Coverage
  • Druck auf Microsoft wächst, das gesamte Software-Lizenzmodell zu überdenken

Mit Wirkung vom 10. September 2007 haben Google und Capgemini eine weit reichende Partnerschaft im Bereich Office Applikationen angekündigt. Ziel ist es, Google Apps (bestehend aus Docs&Spreadsheet, Calendar, Gmail, Talk, StartPage) als „Premier Edition“ für Enterprise Kunden in einem Software-as-a-Service Modell verfügbar zu machen.

Microsoft Office 2007 ist für viele Anwender in Deutschland die erste Wahl, besonders, wenn es darum geht, Office- und Business-Prozesse besser zu gestalten und zu kontrollieren. Hierzu gehört dann auch die Backend-Integration mit dem Sharepoint Server und weitere Microsoft Komponenten. Dies stellt aus Prozess-Sicht das Optimum dar und Microsoft liefert große Teile der Integration „out-of-the-box“, zusätzlich müssen die Anwender aber auch massiv investieren.

Andererseits gibt es eine zunehmende Anzahl von Unternehmen, die im Office-Umfeld den Anwendern sehr unterschiedliche Rollen und damit auch unterschiedliche Collaboration-Funktionalitäten zuordnen. Diese Anwender suchen nach einer Alternative und sind zumeist auch SaaS-Ansätzen gegenüber durchaus positiv eingestellt.

Google ist mit einem Börsenwert von EUR 115 Mrd. mittlerweile eines der weltweit größten IT-Unternehmen, Capgemini mit über 75.000 Mitarbeitern und EUR 7,7 Mrd. Umsatz ein bedeutender IT-Dienstleister. Daher ist die Ankündigung der Partnerschaft auch durchaus ernst zu nehmen. Als Konkurrenz für Microsoft (Umsatz der Client Division im Geschäftsjahr 2007: 15 Mrd.) ist diese Allianz aber noch zu schwach. Es müssen kurzfristige Erfolge durch große Anwender-Verträge erzielt werden, damit auch andere IT-Service Anbieter (IBM, HP, CSC, EDS, …) den Trend erkennen und der eigenen Kundenbasis ein entsprechendes Angebot unterbreiten.

Die Partnerschaft von Google und Capgemini bietet trotz dieser Einschränkungen deutliche Win-Win-Potenziale.

Insbesondere ist Capgemini ein vertrauensvoller Partner für große Anwenderunternehmen, die bisher ein massives Problem damit hatten, Informationen bei Google zu speichern. Auch hat Capgemini die Möglichkeit, den Kunden eine geschlossene Desktop-Management- und Collaboration-Lösung mit einem „price per user“ anzubieten.

Demgegenüber sind technologische und strategische Hürden zu meistern:

  • Die Services müssen solide und verfügbar betrieben werden, die Kunden müssen der Anbieter-Allianz vertrauen.
  • Die Kompatibilität der Dokumentenformate zu Microsoft ist ein absolutes Muss.
  • Sicherheits- und Compliance-Bedenken müssen ausgeräumt werden.
  • Wünschenswert wäre eine online/offline Version, damit auch Notebook-Nutzer eingebunden werden können.
  • Die VoIP/Messaging Applikation Talk muss eine weitere Verbreitung haben, um erfolgreich zu sein. Skype ist hier der Benchmark.

Capgemini adressiert mit dem neuen Angebot die eigenen Kunden in der Gruppe der Global2000-Unternehmen, wovon auch einige in Deutschland sind. Die Herausforderung ist jetzt, sehr schnell (innerhalb 6 Monaten) Pilot- und Referenzkunden zu entwickeln, damit der Nutzen am konkreten Beispiel gezeigt werden kann.

Andreas Zilch, Lead Advisor und Vorstand der Experton Group: „Die Initiative bietet ein logisches Angebot für den aktuellen Bedarf vieler Kunden in Deutschland. Es bleiben allerdings noch viele technische und strategische Fragen offen, so dass ein durchschlagender Erfolg im ersten Schritt noch sehr zweifelhaft ist. Auf jeden Fall bringt es Druck und Bewegung in den Office-SaaS-Markt.“

 

Bild und Biographie von Andreas Zilch finden Sie unter folgendem Link:

www.experton-group.de/me/company/team/person/article/zilch-andreas.html

 

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