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Pressemeldung

01.06.2007

Green IT – nur Schlagwort oder wirtschaftliche Notwendigkeit?

  • Energiekosten häufig nicht ausreichend betrachtet
  • Green IT ist deutlich mehr als umweltverträgliche Altgeräte-Entsorgung
  • Neue Methoden zur Energierückgewinnung sind gefragt

Green IT ist derzeit in aller Munde, doch kaum jemand adressiert derzeit das Thema in seiner Gänze. Für Experton Group ist der IT-Betrieb und die Effizienz der dafür eingesetzten Energie ebenso entscheidend wie die sinnvolle Nutzung der unvermeidbaren Abwärme, die durch geeignete Maßnahmen zur Gebäudeheizung oder zur Warmwassererzeugung genutzt werden kann.

Das Schlagwort Green IT, also umweltverträgliche IT-Infrastrukturen, ist in den letzten Monaten immer häufiger in den Medien vertreten. Einige Anbieter hängen das Thema sehr hoch in Ihrer Unternehmensorganisation auf. Für Anwender stellt sich die Frage, ob Green IT nur ein neues Schlagwort der Anbieter ist, oder ob mehr dahinter steckt.

Die wohl wichtigste Frage derzeit ist, was versteht man unter Green IT? Dabei gehen die Meinungen der Anbieter und Analysten teilweise deutlich auseinander. Was macht also eine IT-Infrastruktur und deren Betrieb aus Sicht der Experton Group AG umweltfreundlich?

  • Energieeffiziente Hardware
  • Energieeffiziente Kühlung
  • Abwärmenutzung

Ein ebenfalls diskutiertes Element stellt die Entsorgung von Altgeräten dar, die insbesondere in der EU durch das WEEE (Waste Electronical and Electronic Equipment) Gesetz geregelt ist und die Hersteller in die Pflicht nimmt für ein umweltverträgliches Recycling bzw. eine umweltgerechte Entsorgung ihrer Geräte zu garantieren. „Aus Anwendersicht ist dieses Thema also bestenfalls eine Kostenfrage, da sich die Anbieter die Entsorgung natürlich - wenn auch indirekt - bezahlen lassen“, konstatiert Wolfgang Schwab, Senior Advisor bei der Experton Group.

Energieeffiziente Hardware

Der wohl wichtigste Punkt im Zusammenhang mit Green IT ist energieeffiziente Hardware, sowohl was Server, Storage und Netzwerkkomponenten angeht, als auch was PCs betrifft. Es ist eine Binsenweisheit, dass die komplette Energie, die in die IT-Infrastruktur eingeht, früher oder später in Form von Wärme wieder abgegeben wird. Entsprechend sollten Anwender insbesondere bei der Anschaffung von neuen Komponenten darauf achten, welche Anschluss- und tatsächlichen Betriebsleistungen die unterschiedlichen Angebote aufweisen und dies in den Produktauswahlprozess aufnehmen. Dies gilt nicht nur für Server und PCs, sondern auch für Storage und Netzwerkkomponenten. „Insbesondere im PC-Bereich stellt sich in diesem Zusammenhang immer mehr die Frage, ob CPU’s mit höchsten Taktraten wirklich notwendig sind, um Standard Büroanwendungen effizient betreiben zu können. Abgesehen von besonders rechenintensiven Grafikoberflächen, die kaum einen Vorteil für den Anwender mit sich bringen, ist dies in der Regel zu verneinen. Entsprechend sollten PCs mit einfachen Grafikkarten und energieoptimierten (ggf. auch relativ langsam getakteten) CPUs im Büroumfeld genutzt werden“, empfiehlt Schwab.

Die Energieeffizienz von Hardware spielte in den vergangenen Jahren meist eine untergeordnete Rolle, jedoch erwartet Experton Group in diesem Bereich ein deutliches Umdenken bei den Anwendern. Einerseits erzwingen dies  die steigenden Strompreise, die inzwischen einen nicht zu unterschätzenden Anteil an den Betriebskosten haben, und andererseits stoßen Rechenzentren an ihre Kapazitätsgrenzen. Das gilt sowohl im Hinblick auf die vorhandene Kühlleistung als auch im Hinblick auf verfügbare elektrische Energie und auch den zur Verfügung stehenden Platz. „In letzter Zeit treffen wir des öfteren auf Anwender-Kunden, die zusätzliche Stromkapazitäten für ihre Rechenzentren verlegen lassen müssen um weiter wachsen zu können“, berichtet Wolfgang Schwab. Die damit verbundenen Kosten sind häufig exorbitant, da sich die Stromversorger diese Kapazitätserhöhung natürlich bezahlen lassen.

Effiziente Nutzung der Hardware

Da der Energieverbrauch der IT-Infrastruktur nur relativ wenig von der Nutzung abhängt, sollten Anwender dafür Sorge tragen, dass die Infrastruktur optimal ausgelastet ist. Das ist insbesondere im Storage- und Serverbereich zu empfehlen, da es relativ einfache Methoden im Bereich der Virtualisierung gibt, die zu deutlich reduzierten Server- und Storagekosten führen, ohne die Performance der Anwendungen entscheidend zu beeinflussen. Untersuchungen der Experton Group haben gezeigt, dass über die Hälfte der deutschen IT-Verantwortlichen das Thema Virtualisierung auf ihrer Agenda für das laufende Jahr stehen haben und damit zumindest im Bereich der Effizienten Nutzung von Hardware auf dem richtigen Weg sind, vgl. Abb. 1.

Energieeffiziente Kühlung

Die meisten älteren, aber auch relativ neue Rechenzentren werden auf eine simple Art und Weise gekühlt. Durch Klimaanlagen gekühlte Luft strömt durch in den Boden integrierte Öffnungen in das Rechenzentrum und wird von den dort betriebenen Geräten angesaugt, zur Kühlung der inneren Bauteile genutzt und entsprechend erwärmt wieder ausgeblasen. Die warme Luft wird an der Decke abgesaugt und ins Freie geleitet. Dieses Verfahren ist ebenso einfach wie ineffizient. Einige Hersteller haben dies erkannt und bieten Lösungen mit optimierten Luftströmungen oder wassergekühlten Racktüren an. Als Zwischenschritt ist dies sicher sinnvoll. Mittelfristig stellt sich aber die Frage, wie die Wärmeenergie aus den Rechenzentren sinnvoll genutzt werden kann.

Einsatzgrad von Virtualisierungslösungen

 

 

Abbildung 1: Einsatzgrad von Virtualisierungslösungen

Nutzung der Abwärme

Für die Nutzung der Abwärme in Rechenzentren, die nach herkömmlichem Prinzip bislang die Abwärme in die Außenluft abgeben, besteht bereits heute die Möglichkeit, die Wärmeenergie durch eine Wärmepumpe zurück zu gewinnen und damit die Warmwasserversorgung oder die Gebäudeheizung zumindest zu unterstützen. Da die Effizienz von Luftwärmepumpen jedoch relativ schlecht (60% bis 70%) ist, sind auch in diesem Bereich die IT-Anbieter gefragt. Wesentlich geeigneter als Luft ist das Medium Wasser, das bezogen auf das Volumen, eine ca. 4.000-fach höhere spezifische Wärmekapazität als Luft hat, und sich besser für die Wärmeabführung und Kühlung kritischer Komponenten eignet. Durch die höhere Dichte des Wassers kann wesentlich mehr Wärme aus dem Rechenzentrum abgeführt werden und gleichzeitig sind Wasserwärmepumpen deutlich effizienter (80% bis 90%). Ziel sollte es also sein, die Wärme in den Rechenzentren durch Wasserkühlungen abzuführen und diese Energie durch Wärmepumpen weiter zu nutzen. Dadurch wäre der Wasserkreislauf auch als geschlossenes System zu betrieben, was die Betriebskosten deutlich senkt.

 

Bild und Biographie von Wolfgang Schwab finden Sie unter:

www.experton-group.de/company/team/person/article/schwab-wolfgang.html

 

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