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Pressemeldung

01.09.2006

IT-Agenda 2006 bis 2008: Prioritäten der deutschen Unternehmen

  • Kostenreduktion und Security stehen weiterhin oben auf der Agenda
  • Branchenspezifische Besonderheiten sind vorhanden
  • Wenig ressortübergreifendes Denken

Die Top Herausforderungen und Prioritäten in der IT, mit denen sich nahezu alle deutschen Unternehmen in den nächsten zwei Jahren beschäftigen werden, sind die weitere Kostenreduktion und eine verbesserte Sicherheit. Auch die Prioritäten der „zweiten Reihe“ wie Konsolidierung und Standardisierung beeinflussen - neben der Optimierung der IT-Infrastrukturen - direkt die IT-Budgets. Hoffnungen für einen zukünftigen Anstieg der IT-Investitionen versprechen die Bereiche Sourcing, IT-Business-Alignment, Vernetzung und Flexibilität.

Branchen- und größenübergreifend hat die Experton Group im ersten Halbjahr dieses Jahres 465 Unternehmen in Deutschland zu ihren kurz- bis mittelfristigen IT-Prioräten bzw. Herausforderungen befragt. Hierbei stellt sich heraus, dass Kostenreduzierung, Kostenkontrolle und Kostentransparenz zusammen mit dem Thema Sicherheit - wie über die vergangenen Jahre auch - ganz oben auf der IT-Agenda stehen. Bei 16 bzw. 14 Prozent der befragten Unternehmen ist dies die absolut dringlichste Herausforderung in den nächsten beiden Jahren. Während es bei der Kostenreduzierung zum einen um die gekürzten IT-Budgets und zum anderen um die Einkaufspreise für IT geht, spielen beim Thema Sicherheit die Bedrohungen von außen (Viren, Spyware, Trojaner) die größte Rolle.

Die Themen IT-Business-Alignment und Sourcing stellen für jeweils 5 Prozent der Unternehmen die wichtigste Herausforderung in den nächsten Jahren dar. Beim Sourcing geht es insbesondere darum, die richtige Balance zwischen ausgelagerten und eigenerbrachten Services zu definieren, weshalb einige Unternehmen angeben, ein Insourcing näher in Betracht zu ziehen.

Mit dem Thema Dokumenten-Management-System (DMS) oder auch neuerdings „Enterprise Content Management“ (ECM) steht nach Security ein weiteres Technologiethema auf den Agenden, allerdings mit einigem Abstand. Die ersten Plätze sind in der Mehrheit eindeutig von den betriebswirtschaftlichen Fragestellungen bzw. Prioritäten dominiert.

Die Vernetzung der Systeme voranzutreiben, insbesondere vor dem Hintergrund von Telearbeitsplätzen aber auch der Internationalisierung von Unternehmen, gehört ebenfalls noch in die Top 10 Herausforderungen deutscher Unternehmen. Voice over IP (VoIP) ist nun ebenfalls erstmals zu den wichtigsten Themen aufgestiegen und genießt als Schlagwort für die gesamte Umstellung auf IP-Technologien mittlerweile eine hohe Priorität.

IT- und Fachfunktionen weisen, was ihre Top-Prioritäten anbetrifft, zwar nur geringe Unterschiede auf. Dennoch priorisieren die IT-Entscheidungsträger im Vergleich zu den Fachabteilungen stärker die Themen Voice over IP und Sourcing. Die Fachabteilungen dagegen bewerten stärker geschäftsrelevante Aspekte wie Innovation und Business Value der IT. Bei den Vertretern der Unternehmensführung nimmt die Internationalisierung als Herausforderung für die IT eine bedeutsame Rolle ein. Zwar widmen auch die Fachabteilungen der Rolle der IT für die Globalisierung ihre Aufmerksamkeit, doch eher unter dem Aspekt des technisch Notwendigen, wohingegen die Unternehmensführungen hier eher den prozessbezogenen und betriebswirtschaftlichen Hintergrund sehen.

Den größten Nachholbedarf bei Thema Security geben jene Unternehmen an, die weniger als 1000 Mitarbeiter beschäftigen. Während Großunternehmen ihre Hausaufgaben, was die Security-Grundlagen anbetrifft, bereits gemacht haben dürften, konzentrieren sie sich jetzt eher stärker auf die prozessrelevanten Aspekte des Themas, wie z.B. Security-Policies oder Prozesssicherheit. Auch das Thema Kostenreduzierung genießt bei kleineren Unternehmen einen hohen Stellenwert, doch bewerten diesen Faktor gerade die Großunternehmen nochmals etwas stärker. „Dies lässt darauf schließen, dass die Großunternehmen noch immer stark mit angezogener Handbremse fahren (wollen), wohingegen die kleinen und mittelgroßen Unternehmen scheinbar eher bereit sind, wieder stärker in IT zu investieren“, kommentiert Andreas Burau, Vorstandsmitglied der Experton Group, den Unterschied.

 

IT-Prioritäten nach Unternehmensgrößen (>1000 Mitarbeiter ,<1000 Mitarbeiter)

Prioritäten

Unternehmen <1000 MA

Unternehmen >1000 MA

Kostenreduzierung, -kontrolle, -transparenz

+++

++++

Security

++++

+++

Sourcing

++

+++

Flexibilität

+++

+++

Standardisierung

+++

+++

Konsolidierung

+++

+++

IT-Business Alignment

+++

++

Vernetzung, Internationalisierung

+++

++

RFID

++

++

ERP optimieren

++

++

VoiP

+++

+++

Dokumentenmanagement

+++

+++

Legende: ++++ sehr hohe Priorität, +++ hohe Priorität, ++ mittlere Priorität, + niedrige Priorität

Experton Group 2006

Abb.: IT-Prioritäten 2006-2008 nach Größenklassen

Bei den diversen Themen, die derzeit allgemeine Relevanz am Markt haben, halten sich die Unterschiede im Hinblick auf die Unternehmensgrößen allerdings in Grenzen. Voice over IP, DMS (Dokumentenmanagement-Systeme), ERP (Enterprise Resource Planning) sowie RFID (Radio Frequency Identification) und mit etwas Abstand SOAs (Serviceorientierte Architekturen) sind allesamt Themen, die gleich hohe bzw. niedrige Prioritäten einnehmen. Eine Ausnahme hiervon ist Sourcing und Vernetzung. Das Sourcing-Thema nimmt bei Großunternehmen immer noch eine höhere Priorität ein wobei die Vernetzung eher für kleinere Unternehmen oben auf der Agenda steht.

Ebenfalls sind branchenspezifische Besonderheiten bei genauer Analyse auszumachen. Zwar sind sich die Verantwortlichen in fast allen Branchen einig, dass die Kostenreduzierung zu den wichtigen Aufgaben gehört, doch für Unternehmen in der diskreten Fertigung (Automotive, Maschinen-/Anlagenbau, Elektroindustrie) spielen beispielsweise die Bereiche Security, Vernetzung oder Dokumentenmanagement eine deutlich wichtigere Rolle. Das trifft in etwas abgemildertem Maße auch auf die Branchen Versorgung (Top 1 Compliance) Gesundheit (Top 1 Security) und die Öffentliche Hand (Top 1 Security) zu.

Ebenso existiert meist ein branchenspezifisches Thema, das neben den allgemeinen Themen die Top 5 der Prioritäten derzeit beherrscht, so z.B. E-Government bei der Öffentlichen Hand, die Gesundheitskarte für die Healthcare-Branche, SEPA (Single Euro Payment Area) für die Banken, Einwegpfand für den Handel und Compliance Themen für die Versorgungsindustrie.

Beim Thema Sourcing scheinen sich insbesondere Banken und Finanzdienstleister sowie Versicherungen in den nächsten beiden Jahren den Herausforderungen noch stärker stellen zu müssen. Ansonsten haben alle Branchen ein vorhandenes bis hohes Interesse.

Ingesamt konnten im Rahmen der Befragung weit mehr als 100 zum Teil sehr unterschiedliche Prioritäten auf den Agenden der IT-Abteilungen der Unternehmen identifiziert werden, wobei viele sehr  unternehmensspezifischer Natur sind.

 

Bildhinweis: Die Biographie von Andreas Burau finden Sie unter dem nachstehenden Link:

www.experton-group.de/fileadmin/experton/bios/andreas_burau.zip

 

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