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Pressemeldung

20.07.2007

Lizenzmanagement: Warum investieren Anwender in gebrauchte Software-Lizenzen?

  • Neue Analyse der Experton Group gibt Auskunft über den Trend zu gebrauchter Software.
  • Gebrauchte Software wird als alternative Beschaffungsform interpretiert.
  • Hohe Dynamik auf niedrigem Niveau

In einer aktuellen Analyse der Experton Group wurden entscheidende Treiber für die Anschaffung von gebrauchter Software ermittelt und Verhaltensmuster der Anwender identifiziert. Die Beschaffung von „gebrauchten“ Lizenzen beziehungsweise die Verwertung nicht benötigter Lizenzen wird von immer mehr Anwenderunternehmen als Instrument identifiziert, um Lizenzkosten zu optimieren. Neue Beschaffungsmodelle, insbesondere solche, die wirtschaftlich erfolgversprechend sind, können dennoch in einer Enttäuschung für die Anwender enden.

Aufgrund der latenten Bedeutung der Thematik führte die Experton Group eine Analyse durch, die die Facetten des kontrovers diskutierten Gebraucht-Software-Themas beleuchtet. Basis dieser Analyse waren Expertengespräche mit Anwendern und Anbietern sowie eine umfangreiche Betrachtung der aktuellen Lizenzmodelle. Die Experton Group hat 80 Gespräche mit Nutzern von gebrauchter Software durchgeführt, davon 60 mit Anwenderunternehmen mit weniger als 200 Mitarbeitern.  Bei dieser Tiefenexploration kamen als Ansprechpartner überwiegend Geschäftsführer, Einkäufer und IT-Verantwortliche zu Wort.

Ziel der Untersuchung war es unter anderem festzustellen, welche Beweggründe für die Anschaffung von gebrauchter Software sprechen und wie der Beschaffungsprozess organisiert wird. Bewusst außer Acht gelassen wurden dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen.

Laut der durchgeführten Studie lassen sich drei Hauptgründe für Investitionen in gebrauchte Software identifizieren:

  • der Drang nach monetären Vorteilen (bei der Beschaffung und der Verwertung von Lizenzen),
  • der bedingte Bedarf im Einsatz befindlicher älterer Softwareapplikationen,
  • der Zwang zur zeitnahen Nachlizenzierung.

Auf die Frage, was die Anwender mit dem Begriff „gebrauchte Software“ verbinden, antworteten mit 54 Prozent der Unternehmen mit weniger als 200 beschäftigten Mitarbeitern und damit der Großteil der Befragten mit „günstige Beschaffung“. Die Software-Verwertung spielt dagegen noch eine deutlich untergeordnete Rolle.


Vorgehensweise der Anwender

36  Prozent der Befragten mit weniger als 200 Mitarbeitern starten die Beschaffung von „gebrauchter Software“ mit einer Internet Recherche, nachdem zunächst die Software-Bedarfe intern identifiziert wurden. Sie suchen auf diesem Weg alternative Bezugsquellen bzw. überprüfen Preise und Leistungen. Die Anwender informieren sich im Web über günstige oder alternative Beschaffungsformen. Die einschlägigen Suchmaschinen stellen einen ersten Überblick und vermeintlich ausreichende Quellen und Informationen zur Verfügung. Einmal auf die alternative Beschaffungsform aufmerksam geworden, erfolgt die direkte Kontaktaufnahme mit den Anbietern der Lizenzen der gebrauchten Software.

Die Analyse zeigt weiterhin, dass der Wissensstand der Interessenten vor dem ersten Kontakt mit dem Anbieter von gebrauchter Software sehr gering ist. Befragt zum Wissensstand nach Abschluss eines Projektes wurde regelmäßig attestiert, dass alle entscheidenden Informationen vorhanden sind. „Grundsätzlich ist dies keine besondere Erkenntnis“, räumt Axel Oppermann, Advisor bei der Experton Group ein. „Jedoch ist bemerkenswert, dass der originäre Softwarehersteller im Rahmen der Informationsbeschaffung nur eine eher untergeordnete, beziehungsweise keine Bedeutung hat. Die Information zur Thematik beschafft sich der interessierte Anwender über die Gebraucht-Software-Händler bzw. über sonstige Sekundärquellen“, erklärt Oppermann die besondere Situation.

Harte und Weiche Faktoren

Die Analyse zeigt ferner, dass die Entscheidung für – oder gegen – gebrauchte Software auf Basis harter und weicher Faktoren getroffen wird. Die subjektive Wahrnehmung und Bewertung einzelner Faktoren führt letztendlich zu einer Entscheidung bei den Anwenderunternehmen. Zu den weichen Faktoren zählen unter anderem die Punkte Reputation der Anbieter, Prozess der Lizenzübertragung und Zweckmäßigkeit der Aktivität.

Zu den harten Faktoren zählen die geplante Allokation der Mittel (kommt eine Beschaffung generell in Betracht?), das vorhandene Angebot (sind die entsprechenden Lizenzen verfügbar?) sowie die rechtliche Wahrnehmung (erfolgt die Übertragung der Lizenz durch den Hersteller der Software – bzw. wie wird die Übertragung dokumentiert?).

„Der Markt für gebrauchte Software verzeichnet derzeit eine hohe Dynamik, jedoch noch auf sehr niedrigem Niveau. Immer mehr Anwender informieren aber sich über die Möglichkeit der Softwarebeschaffung beziehungsweise der Softwarevermarktung über den  Gebrauchtmarkt. Bei diesem Prozess gewinnen die Beratungsleistungen der Händler an Bedeutung“, charakterisiert Oppermann den Markt. Zu diesen Beratungsleistungen zählen exemplarisch Services im Umfeld des Lizenzmanagements.

Fazit

Tendenziell ist festzustellen, dass die Anwender mit den Dienstleistungen der Händler zufrieden sind. Die von der Experton Group befragten Unternehmen neigen dazu, auch zukünftig gebrauchte Software als alternative Beschaffungsform in Betracht zu ziehen. Die Anwender sind scheinbar zufrieden damit, ihre Bedarfe nach ihrem Dafürhalten optimal befriedigt zu haben und sie postulieren dieses Erfolgserlebnis in ihrem sozialen Netzwerk. Laut Oppermann ist diese Form des viralen Marketings  auch ein Erfolgsfaktor des Geschäftsmodells „Gebrauchtsoftware“.

Überhöhte Erwartungshaltungen der Anwender können teilweise aber auch zu Enttäuschungen führen. Dies geschieht immer dann, wenn im Rahmen des Beschaffungsprozesses nicht alle Determinanten, wie beispielsweise erhöhter zeitlicher Aufwand, Verfügbarkeit der Lizenzen oder erreichbare Einsparmöglichkeiten, berücksichtigt werden.

 

Bildhinweis: Die Biografie von Axel Oppermann finden Sie unter dem nach-stehenden Link:

www.experton-group.de/company/team/person/article/oppermann-axel.html

 

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