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Pressemeldung

27.07.2007

Weltweite Investitionen in WiMAX und LTE summieren sich von 2007-2012 auf 13 Milliarden US-Dollar

  • Hohe Investitionen: WiMAX führt bis 2010, LTE-Wachstum dominiert ab 2011
  • Regionale Unterschiede: Fixed WiMAX füllt in Deutschland zunächst Breitbandlücken - aber auch Chancen in Ballungsräumen
  • Langfristige Perspektive: Auch deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber müssen WiMAX-Access unterstützen

Die globalen Investitionen in „3,9G“-Technologien, das heißt in Vorläufersysteme von Funktechnologien der vierten Generation („4G“), werden sich bis 2012 auf insgesamt 13 Milliarden US-Dollar summieren. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Bereitstellung neuer Funkspektren und die Einführung erforderlicher Technologien planmäßig verlaufen. Im Fokus dieser „Capex“-Ausgaben stehen in erster Linie die WiMAX-Standards 802.16e und 802.16m sowie “LTE” (Long-Term Evolution) als Weiterentwicklung von 3G- und 3,5G-Technologien. LTE wird zwar nach 2010 starkes Wachstum erfahren, aber mit Blick auf die kumulierten Investitionsaufwände WiMAX nicht vor 2014 überholen.

Sollten sich Entwicklung und Zertifizierung einer oder gar beider Technologien verzögern, weil das erforderliche Spektrum in den einzelnen Regionen nicht schnell genug bereitgestellt werden kann, könnte sich allerdings der kumulierte Investitionsumfang zwischen 2007 und 2012 um rund drei Milliarden US-Dollar vermindern. Umgekehrt ist von einem Anstieg in ähnlicher Größenordnung auszugehen, sollten die weltweiten Regulierungsbehörden schnell reagieren und andere Systeme wie Ultra Mobile Broadband (UMB) und das chinesische FuTURE Netzwerk zügig am Markt eingeführt werden.

Eine aktuelle weltweite Analyse von Experton Group und Rethink Research bei knapp 400 Netzwerkbetreibern und -dienstleistern zeigt, dass fast zwei Drittel der Anbieter bis spätestens 2012 ein 3,9G-Pilotprojekt geplant haben. Nur ein Drittel hat vor 2012 keine entsprechenden Planungen. Von den 386 Anbietern mit 3,9G-Planungen vor 2012 möchten 45 Prozent ihre Versuchsprojekte vor 2011 anstoßen oder haben dies gar schon getan.

In diesem Jahrzehnt wird WiMAX den Löwenanteil der Kapital-Investitionen einnehmen, einschließlich Ausgaben für Kern-Infrastrukturen bei den Funknetzen (RAN - Radio Access Networks), Software und Services. Dies liegt daran, dass WiMAX früher zur Verfügung steht, selbst in noch nicht umfassend zertifizierter Form. Gegen Ende des Jahrzehnts wird die LTE-Community jedoch in großen Schritten aufholen, bedingt durch das Engagement der UMTS-Netz-Betreiber. In 2011 wird LTE mit Blick auf die Zuwächse endgültig den Standard 802.16e überholen. Festnetz- und Mobilfunknetzbetreiber treiben dann die Investitionen voran. Gleichzeitig werden in einigen Bereichen nach wie vor Start-Ups, Wireless Internet Service Providers („WISP“) und Kabelnetzbetreiber mit WiMAX-Investitionen dominieren.

Abbildung  1: Entwicklung der Investitionen der Carrier in 3,9G-Technologien

Abbildung  1: Entwicklung der Investitionen der Carrier in 3,9G-Technologien

Zu den 3,9G-Szenarien zählen auch Wi-Fi-Netze (WLAN) in Großstädten. Allerdings hat das lizenzfreie Spektrum zur Folge, dass der Anteil von Wi-Fi an den gesamten Investitionen klein bleibt und die Technologie primär als Einstieg in neue Drahtlos-Märkte dient und später dann als Ergänzung zu LTE oder WiMAX. Die Bedeutung von Wi-Fi wird außerhalb der Nutzung als Insellösung in Gebäuden jedoch nach 2010 deutlich abflauen, während die anderen Netzwerke heranreifen. Lediglich in den Händen einzelner WISPs und in Regionen, wo noch keine neuen Spektren für LTE oder WiMAX zugeteilt sind, wird Wi-Fi weiterhin Einfluss haben. „Mit Blick auf Deutschland bleibt allerdings festzustellen, dass die Rolle von Wi-Fi im flächendeckenden Einsatz bereits heute ohnehin gering ist, insbesondere verglichen mit Netzen in den USA“, kommentiert Wolfram Funk, Senior Advisor bei der Experton Group, die Ergebnisse der Studie.

In den Jahren 2008 bis 2010 erweisen sich konvergente oder Festnetz-Carrier als führende Investoren in 3,9G-Technologien. Die treibenden regionalen Faktoren sind WiMAX-Implementierungen in Europa und in Asien sowie der Beginn von LTE-Probeläufen in Westeuropa. Nach 2010 indessen ist davon auszugehen, dass die Mobilfunknetzbetreiber für den größten Anteil der Investitionen stehen werden. Dann ist mit hohen 3,9G-Wachstumsraten in Europa zu rechnen, bedingt durch die Realisierung von LTE-Netzen. Auch Nordamerika verzeichnet starkes Wachstum, wo die großen Carrier sich eine gute Startposition mit Blick auf die 4G-Vorläufer-Infrastrukturen ergattern möchten. Ab 2010 ebenfalls rapide zunehmend ist der Einsatz der neuen Netze in Südasien, hier insbesondere WiMAX in Indien.

Die Implementierung von WiMAX-Netzwerken verläuft regional mit sehr unterschiedlicher Intensität. In Deutschland hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) im Dezember 2006 an vier Anbieter Lizenzen für den kommerziellen Einsatz von WiMAX vergeben. Zwei der Lizenznehmer, die Deutsche Breitbanddienste GmbH und die Televersa Online GmbH, bauen bereits in ausgewählten Regionen insbesondere in Ostdeutschland und Südostbayern ihr Netz für „Fixed WiMAX“ Stück für Stück auf. Von den anderen beiden Lizenznehmern Clearwire Europe S.á.r.l. (Luxemburg) und MGM Productions Group S.R.L. (Italien) sind bislang noch keine Aktivitäten bekannt geworden. Keiner der etablierten deutschen Festnetz- und Mobilfunkanbieter hat sich um eine WiMAX-Lizenz bemüht. „WiMAX ist in Deutschland derzeit primär für Neueinsteiger interessant, die bislang über kein eigenes Breitbandnetz verfügen, beziehungsweise keine Kannibalisierung milliardenschwerer Investitionen wie im Falle von UMTS zu befürchten haben. Wachstumspotenzial für WiMAX gibt es in Deutschland vor allem in Gebieten mit mangelhafter Abdeckung durch Breitbandtechnologien wie DSL oder UMTS/HSxPA“, stellt Wolfram Funk fest. „Aber auch Großstädte bieten prinzipiell Potenzial für neue WiMAX-Anbieter. Der Breitbandmarkt ist noch nicht gesättigt, und in Ballungsräumen können mit einer überschaubaren Infrastruktur viele Kunden erreicht werden“, ergänzt Funk.

Manche Netzausrüster sowie Anbieter von Systemkomponenten und Endgeräten arbeiten mittlerweile eindeutig darauf hin, WiMAX als eine von mehreren Netzzugangstechnologien in ihr Portfolio aufzunehmen. Die Integration von WiMAX mit anderen festen und drahtlosen Breitbandtechnologien wird ab 2010/11 stark zunehmen. „Obgleich die deutschen Mobilfunknetzbetreiber heute gegenüber WiMAX noch sehr zurückhaltend sind, werden sie sich daher langfristig dieser Technologie nicht verschließen können“, prognostiziert Wolfram Funk.

Mit Blick auf die internationale Perspektive agieren die Mobilfunker bereits alles andere als dogmatisch. So setzt etwa Vodafone im Zuge seiner Strategie für Fixed-Mobile-Konvergenz in Malta auf Fixed WiMAX. WiMAX füllt damit eine Lücke in der Festnetzinfrastruktur.

Die im Rahmen der Pressemitteilung genannten Zahlen stammen aus der Studie 'The Road to 4G: operator deployment plans and vendor prospects 2007-2012' von Experton Group und Rethink Research. Die Analyse basiert auf einer Befragung von weltweit rund 400 Anbietern von drahtlosen Diensten, die vor 2013 Pilotprojekte oder komplette Realisierungen von 3,9G-Technologien geplant haben. Bei den Studienteilnehmern handelt es sich um große konvergierte Telcos, Festnetz- und Mobilfunkanbieter, regionale Carrier und internationale Internet Service Provider (ISPs), Sendeanstalten, Drahtlos-Breitband-Start-ups, Medienunternehmen und größere Wireless Internet Service Provider (WISPs). Die Studie ist erhältlich bei Experton Group: Preis 3000 Euro für Einzelnutzer, 6000 Euro für unternehmensweite Nutzung.

 

Bild und Biographie von Wolfram Funk finden Sie unter folgendem Link: www.experton-group.de/company/team/person/article/funk-wolfram.html

 

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