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Hewlett-Packards webOS wird Open Source

Frank Heuer

Frank HeuerZwei Mal wurde im vergangenen Jahr ein vielversprechendes, Cloud-orientiertes mobiles Betriebssystem der Open Source Community zur Verfügung gestellt. Nach MeeGo von Intel/Nokia, das inzwischen mit LiMO, einem anderen Linux-basierten Betriebssystem, im neuen Tizen-Betriebssystem aufgegangen ist, ist nun auch HPs webOS dieses Schicksal bestimmt, was dazu führen dürfte, dass es im kommerziellen Markt in der Bedeutungslosigkeit versinken wird.

HP hatte Palm vor allem wegen des Betriebssystems aufgekauft. Kurzzeitig hatte es für das Unternehmen eine sehr hohe strategische Bedeutung – HP wollte sich dadurch von der Konkurrenz differenzieren und sein Schicksal im Markt für mobile Endgeräte und in der Post-PC-Ära in die eigenen Hände nehmen. Das Betriebssystem sollte in jedem Gadget, das auf die Cloud Services von HP zugreifen wollte, integriert sein. Geplant war zudem, es auch an andere Anbieter in Lizenz zu vergeben; sogar glanzvolle Namen wie Amazon waren hier im Gespräch.

Doch nichts davon wurde Wirklichkeit – der vormalige HP-Chef Léo Apotheker kündigte an, das Engagement im Mobilbereich zu beenden, wurde anschließend geschasst, und die neue Chefin Meg Whitman versprach lediglich, die Zukunft von webOS genauestens auf den Prüfstand zu stellen, mit der Folge, dass sich HP entschloss, das Betriebssystem zusammen mit dem dazugehörigen ENYO-Applikations-Framework der Open Source Community zur Verfügung zu stellen. Gegen eine entsprechende Open-Source-Lizenz kann nun jedermann das Betriebssystem nutzen oder weiterentwickeln. Laut eigenen Angaben will HP auch weiterhin als „aktiver Teilnehmer und Investor“ in diesem Prozess mitwirken.

Angesichts der Tatsache, dass die Gerätehersteller und Entwickler, die nicht dem Massenmarkt-Charme von Android verfallen sind, bereits die Wahl unter mehreren Linux-basierten, quelloffenen Alternativen haben, steht es allerdings in den Sternen, wie weit webOS wirklich gedeihen kann. Mehrere OEMs hatten sich auf webOS als Betriebssystem eingelassen, weil sie eine Plattform wollten, die sie selbst kontrollieren konnten und die der Macht von Google etwas entgegensetzen würde. Doch die meisten haben inzwischen andere Optionen gefunden – Samsung hat sein hauseigenes bada, Amazon wartet mit einem immer differenzierten Angebot an Android-Ablegern auf etc.. WebOS verfügt nicht einmal über eine eigene Geräte-Basis, da HP seine Pre- und TouchPad-Produktlinien abgekündigt hat. Ebenso fehlt ein bereits bestehender Kundenstamm in einem bestimmten Segment, wie das für MeeGo in der Automobilbranche der Fall ist.

Research

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