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Telekommunikation: 2012 wird ein Jahr des Umbruchs

Frank Heuer

Frank HeuerDie „traditionellen“ Telekommunikations-Services werden mit einem Volumen von deutlich über 40 Milliarden Euro auch weiterhin ein wichtiger und zentraler Bestandteil des ICT-Marktes in Deutschland sein. Jedoch ist nur das „mobile Internet“ das Geschäftssegment, welches noch nennenswerte Wachstumsraten erreicht. Entsprechend stark ist der Fokus und sind die Hoffnungen, welche die Anbieter auf dieses Thema setzen.

Die Infrastruktur fordert Investitionen …

Wie im schon im Newsletter 44/2011 beschrieben, werden in Deutschland bis Ende dieses Jahres die Umsätze für Mobilfunk diejenigen für das Festnetz einholen und ab 2012 hinter sich lassen. Dieser Boom des Mobilfunks – in erster Linie des mobilen Internets - hat allerdings auch Schattenseiten: Der Zuwachs der Netzkapazitäten kann bisweilen kaum Schritt halten mit der zunehmenden Zahl der mobilen Internetnutzer und der geforderten Bandbreite. Die Aufrüstung des Mobilfunknetzes wird also auch 2012 vorangehen (müssen).

Die LTE-Investitionen werden weiter vorangetrieben. Neben der Abdeckung der White Spots sollen schnelle Datendienste auch immer mehr für Mobile Worker zur Verfügung stehen und sie zu gleichberechtigten Partnern im Collaboration-Netzwerk werden lassen. Erste Endgeräte stehen bereits zur Verfügung.

Aber auch im Festnetz wird die Entwicklung 2012 voranschreiten, mit dem Ziel des All-IP-Next-Generation-Networks im Jahr 2020.

… und ist die Basis für das Geschäft der Zukunft

Letztendlich werden jedoch auch im Geschäft mit dem mobilen Internet die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen. Zumindest nicht, was den reinen Access betrifft. Die Carrier werden vielmehr ihre Netze als Basis für den konsequenten Ausbau von Diensten und Anwendungsplattformen nutzen (müssen), die sie aus dem Margendruck des teilweise erodierenden Kerngeschäftes befreien:

  • Cloud Services / Hosted Services
  • eHealth
  • Car Communication

Gerade die Carrier sind prädestiniert für den Cloud-Service-Markt, da sie gute Voraussetzungen für den Markterfolg mitbringen. Beispielsweise verfügen sie über eine große Kundenbasis und können die bestehende Geschäftsbeziehung sowie das Vertrauen ihrer Kunden für die Vermarktung der neuen Dienste nutzen. Und vor allem können die Carrier End-to-End für die Qualität ihrer Cloud-Services werben, also inklusive der übertragenden Netze (während die anderen Cloud-Anbieter nur für die Sicherheit und Zuverlässigkeit ihrer Rechenzentren garantieren können).

Wichtig wird 2012 sein, den Wettbewerb genau zu beobachten, auch denjenigen, der sich bislang nicht als direkter Konkurrent offenbart hat, wie z.B. Google, aber z.B. auch Microsoft mit Skype. Auch die Partnerlandschaft wird 2012 die volle Aufmerksamkeit fordern, u.a. da sich im nächsten Jahr der weitere Weg der mobilen Plattformen entscheiden wird. Beispielsweise, ob sich Nokia in der Allianz mit Microsoft gegen Android und Apple behaupten kann.

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