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Digitalisierung - let’s go!

Heiko Henkes

Heiko HenkesBottom Line (ICT-Anwender- und ICT-Anbieterunternehmen):

Es gilt, die vorhandene Führung der Unternehmensleitung zu überprüfen – weiß man dort, was AGILE oder SCRUM oder DEVOPS sowie MINIMAL VIABLE PRODUCT bedeutet? Es sollte die Worklife Balance und Kommunikation intern/extern analysiert werden; bestehende IT-Infrastrukturen und Assets sollten auf Notwendigkeit überprüft werden; Fachkräfte mit Architekturverständnis in komplexen System müssen gefunden bzw. angestellt und interne Mitarbeiter trainiert werden – vorhandenen Mitarbeitern muss der Vorteil und die Notwendigkeit der schnellen Veränderung aufzeigt werden, digitales Know-how im Thema Messbarkeit bzw. KPIs ist aufbauen; im Zuge des Tempos der Veränderung ist stets auf neue Wettbewerber zu achten; jeder Unternehmensbereich inklusive der Kernstrategie ist in kurzen Zyklen hinsichtlich der richtigen Dosis an IT-Unterstützung zu untersuchen.

 

Informationen und Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts und Artificial Intelligence das Benzin beziehungsweise der Strom für den E-Betrieb. Daten liefern den Menschen eine zunehmend wegweisende Entscheidungsgrundlage. Unternehmen sind aufgrund der explosionsartig wachsenden Datenmengen gefordert, die digitale Customer Journey für sich neu zu analysieren, um eine 1:1-Kundenansprache zu ermöglichen und die Time to Market sowie die Qualität zu verbessern.

Das exponentielle Durchdringen traditioneller Prozesse mit IT beziehungsweise die Adaption moderner IT-Trends und -Tools überfordert immer noch viele Entscheider und auch die Konsumenten. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht – ganz im Gegenteil: Wer sich nicht intern und extern digital transformiert, befindet sich aktuell in einer Abwärtsspirale und wird in den kommenden zehn Jahren aus dem Markt ausscheiden.

Reagieren wie ein Startup

Die Herausforderung dabei ist die immense Geschwindigkeit, mit der Konsumenten durch neue, zunehmend intelligente und digitale Services angesprochen werden, die etablierte Unternehmen unter Druck setzt. Heutzutage müssen sich Unternehmen ständig neu hinterfragen und im Grunde die Reaktionsfähigkeit eines Startups aufbauen. Teilweise gelingt dies tatsächlich nur über die Neu- bzw. Ausgründung einer weiteren Gesellschaft, um sozusagen auf der grünen Wiese und immer häufiger mit einer Silicon-Valley-Mentalität starten zu können. Andernfalls besteht die Gefahr, in zunehmendem Maße Stammkunden an neue und teilweise sogar branchenfremde Wettbewerber zu verlieren.

Digital Business Transformation ist daher nach wie vor in aller Munde und sicherlich als überlagernder Trend die höchste Priorität für jeden CIO und zunehmend auch den CDO.

Wir müssen uns bewegen

Das fortschreitende digitale Zeitalter führt zu einem Wandel des Verständnisses von Mitarbeitern, Kunden, Kommunikations- und Vertriebskanälen, Geschäftsbeziehungen und damit auch Wertschöpfungsketten. Der Weg geht von starren Wertschöpfungsketten hin zu dynamischen Wertschöpfungszyklen oder -netzwerken.

Wer die Reise der digitalen Transformation antritt, wird zwangsläufig mehrere Phasen durchlaufen. Jeder wird das Ziel verfolgen, nach der Business-Metamorphose mit einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell am Markt zu bestehen. Aktuell befinden sich die meisten Unternehmen noch in der frühen Startphase der digitalen Transformation.

Datenhoheit

Um tiefere Einsichten in sein Handeln gewinnen zu können, muss man sich mit den wertvollen Informationen seiner Daten beschäftigen. Hierbei gilt es, sich den Hürden unserer digitalen Zeit zu stellen. Die aufkommende Menge an Daten, die Geschwindigkeit der Datenentstehung und -verarbeitung sowie die enorme Vielfalt der Daten stellen die Unternehmen vielfach jedoch vor schier unlösbare Aufgaben. Sofern Unternehmen – unabhängig ob IT Provider oder Anwenderunternehmen – nicht jetzt ihre Hausaufgaben in puncto kritische Datenanalyse bzw. Klassifizierung der schützenswerten Daten erledigen, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in Kürze schwerwiegende und teilweise irreparable Schäden in verschiedensten Dimensionen erleiden.

Neben E-Commerce-Plattformen, Online-Werbung bzw. mobilen und speziell LBS- (Location Based Services) basierten Active Directories, nativen Apps und Social Media verändert die Digitalisierung das Verständnis im Umgang mit IT-Services und der dadurch entstehenden Datenberge radikal und nachhaltig. Diese müssen heute einfach verständlich, integriert und im Optimalfall in Echtzeit nutzbar sein. Der Trade-off zwischen Sicherheit und dem Nutzen ist dabei stets abzuwägen.

Konnektivität – „instant readiness“

In diesem sich permanent wandelnden Markt muss derzeit jeder darin agierende Marktteilnehmer neue Organisationsformen evaluieren, die eigene Fähigkeit in Bezug auf die Konnektivität zu anderen Ökosystemen und Wertschöpfungsnetzwerken überprüfen und demnach auch das bestehende Geschäftsmodell und zugehörige Prozesse auf den Prüfstand stellen. Dies betrifft nahezu alle Branchen und Größenklassen und macht vor keinem halt. 

Betroffene - keiner ist außen vor

Die Digitalisierung wirkt sich auf alle Bereiche unseres Lebens aus und stellt einen Transformationsprozess dar, der unseren Alltag und die Gesellschaft prägt und auch das wirtschaftliche Handeln auf vielfältige Weise verändern wird. Die Arbeitsweise verändert sich, neue Geschäftsmodelle in allen Branchen entstehen, Branchen sind disruptiven Veränderungen ausgesetzt, Organisationsformen werden neugestaltet und neue Wettbewerber steigen in den Markt ein.

Nach dem tiefgreifenden Wandel in der Medien-, Musik und Handelsbranche trifft es nun weitere traditionelle Branchen. Sie erhalten Konkurrenz von Startups, die mit neuen Geschäftsmodellen und einer ausgeklügelten Idee ganze Branchenstrukturen durcheinanderwirbeln. Als Beispiel für diese Newcomer sind z.B. Uber oder Airbnb zu nennen, die rasant immer mehr Kunden und Marktanteile gewinnen. Etablierte Unternehmen müssen sich rechtzeitig darauf einstellen und ihre Geschäftsmodelle digitalisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

In einer aktuellen Umfrage sehen Unternehmen vor allem die Kriterien der Umsatzsteigerung, dicht gefolgt von Kostensenkung und Wettbewerbsfähigkeit als die derzeit wesentlichen Marktherausforderungen

 

Den zweiten Teil dieses Beitrages können Sie am 16. Juni in diesem Newsletter lesen.