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Marktverschiebungen durch Großaufkäufe – Microsoft

Hal Kreitzman

Luis PraxmarerMicrosoft verstärkte seinen Vorstoß in den Markt für Unternehmenskunden: Nach eigenen Angaben will der Softwareriese Yammer aufkaufen, einen Cloud-Dienstleister für Enterprise Social Networking; der Kaufpreis beträgt 1,2 Mrd. USD. Yammer hat seinen Unternehmenssitz in San Francisco und verfügt über mehr als fünf Millionen registrierter Unternehmensnutzer. Microsoft will Yammer in seine Office-Sparte integrieren, die Yammer Unit soll aber nach wie vor direkt dem derzeitigen CEO David Sacks unterstellt sein und an ihn berichten. Microsoft-Chef Ballmer und Sacks haben beide bestätigt, dass Microsoft Yammers Technologie mit Office, Office 365, Dynamics (CRM) und Skype integrieren will. Microsoft will Yammer allerdings auch in Zukunft als Stand-Alone Service anbieten. Microsoft hat zudem die Firma Perceptive Pixel aufgekauft, einen Anbieter von großen Multi-Touch Displays; der Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben. Das Unternehmen verkauft 27-, 55- und 82-Inch LCD Displays und hat vor kurzem die allererste Lösung vorgestellt, die sich gleichzeitig mit Stift und per Berührung bedienen lässt. Bislang hat Microsoft nichts über seine Pläne mit diesem Geschäftsbereich verlauten lassen. Das Unternehmen mit Sitz in New York wurde 2006 von Jeff Han gegründet, einem anerkannten Pionier im Bereich der Multi-Touch Technologie.

Nach Meinung der Experton Group hat Microsoft mit Skype und Yammer jetzt zwei wirkliche Cloud Computing Schwergewichte unter seinem Dach, die entsprechend genutzt werden können. Mit Hilfe dieser Cloud Services sollte Microsoft in der Lage sein, auch seine anderen Cloud Services sowie Unified Communications Angebote besser an den Mann zu bringen. Allerdings ist Yammer nicht Bestandteil des bevorstehenden Office 2013 Releases. Wann es in die Office Roadmap aufgenommen wird, steht noch nicht fest. Der PPI Deal soll so, wie es aussieht, mit den Surface Tablet Produkten von Microsoft integriert werden. Das ist vor allem deshalb spannend, weil Microsoft nun selbst Hardware-Produkte baut und sich vielleicht als vertikal voll integrierter Anbieter aufstellen will. Das passt allerdings den langjährigen Geschäftspartnern von Microsoft nicht unbedingt, wodurch in Zukunft eventuell noch weniger Hersteller Windows 8 Smartphones und Tablets verkaufen werden. Microsoft ist dabei, sein Geschäftsmodell zu verändern und in unbekanntes Terrain vorzustoßen, sichert sich dabei allerdings nicht die Rückendeckung durch seine Vertriebspartner. IT-Verantwortliche müssen diese durch die neue Strategie bevorstehenden Veränderungen des Geschäftsmodells und auch der Preise im Auge behalten, damit ihr Unternehmen, wenn Vertragsverhandlungen anstehen, nicht unvorbereitet überrumpelt wird.

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