Überblick

Big Data ist und bleibt eines der wichtigsten Themen in der IT für die nächsten Jahre, denn die Zukunft der Zivilisation hängt auch davon ab, was mit unseren Daten geschieht. Kann ein Wirtschaftszweig ohne Daten bestehen? Wie können Unternehmen von Daten profitieren? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, ist es wichtig, die Anbieter- und Lösungslandschaft zu kennen. Mit dem „Big Data Vendor Benchmark 2016“ startet die Experton Group ihren mittlerweile dritten unabhängigen Anbietervergleich im Big-Data -Umfeld um ein Bild dieser Landschaft zu zeichnen.

Unternehmen mit einem webbasierten Geschäftsmodell haben bereits sehr früh auf Big-Data-Technologien gesetzt, weil hier Investition und Nutzen dicht beieinanderliegen (z.B. Amazon, Facebook). Unternehmen mit einem klassischen Geschäftsmodell (z.B. Automobilindustrie, Finanzen, Gesundheitswesen) benötigen differenzierte Analysen, um individuelle Geschäftsmodelle auf der Basis von Big-Data-Technologien zu entwickeln. Nach anfänglichem Zögern erkennen aber auch diese Unternehmen zunehmend den Nutzen der neuen Möglichkeiten und setzen Big Data auch in ihren Projekten um.

Ähnlich wie bei der „E-Commerce-Welle“ vor über 10 Jahren wird das typische „Big Data-Projekt“ in Zukunft (perspektivisch 2020) der Normalfall sein, ohne dass man den Begriff „Big Data“ überhaupt noch erwähnt. Big Data wird „normales Projektgeschäft“ sein, so wie alle „E-Commerce-Technologien“ heute.

 Viele Big-Data-Szenarien zielen derzeit noch darauf ab, vorhandene Geschäftsprozesse auf eine breitere Datenbasis zu stellen. Doch die Stimmung der Verbraucher kippt, wenn es um immer genauere Auswertung persönlicher Daten geht. Deswegen sind künftig vor allem Ideen gefragt, mit denen Anwenderunternehmen aus ihren Daten heraus neue Geschäftsmodelle entwickeln können – auch ohne personenbezogene Daten. Mit dem Verständnis der Verbraucher vom Wert ihrer Daten wird es also zunehmend wichtig, über datenbasierende Geschäftsmodellinnovationen nachzudenken, bei denen es sich nicht darum dreht, einer Kundin oder einem Kunden das nächste optimal maßgeschneiderte Produkt in der Wunschfarbe zu verpassen. Solche Geschäftsmodelle werden sich losgelöst vom Endverbraucher entfalten. Durch komplexe Analysen sehr großer, polystrukturierter Datenmengen können jedoch Geschäftsmodellinnovationen entstehen, bei denen z.B. aus Maschinenbauunternehmen Service-Provider und aus Versicherungen Datenlieferanten werden.