Ergebnisse

  • Der Cloud Markt lässt traditioneller IT kaum noch Luft zum Atmen
    • Die Schlacht der Systemhäuser ist in vollem Gange
    • Können und sollten alle die komplette Service-Bandbreite anbieten?
  • (a)PaaS war Hot Spot 2014 und wird schneller Commodity als erwartet
    • Test- & Dev-Middleware-Plattformen sind zunehmend austauschbar
    • Strategische Anbieter stützen sich auf integrative Plattformen und Tools
  • Drei neue Marktsegmente in der Bewertung
    • Hybrid Cloud Broker – Enduser Hilfe für mehr Transparenz bei IaaS-Lösungen: Plattformen punkten durch Einkaufsempfehlungen, Performance-Monitoring sowie Enterprise-Konformität
    • Cloud Colocation Hubs – Die Brücken digitaler Welten: Sicherheit und Performance
    • Communication as a Service (CaaS) – (Unified) Communication auf Knopfdruck

Die Experton Group veröffentlicht die sechste Auflage ihres unabhängigen Anbietervergleichs „Cloud Vendor Benchmark 2015“. Die Studie evaluiert und bewertet die wichtigsten Cloud-Anbieter im deutschen Markt.

Der Cloud Vendor Benchmark konzentriert sich auf die folgenden Cloud-Kategorien:

Abbildung 1: Cloud Vendor Benchmark 2015 Segmente

Im Rahmen der vorliegenden unabhängigen Studie wurden von Mitte Januar bis Mitte März 2015 über 490 Anbieter identifiziert (gegenüber 420 im Vorjahr), die im deutschen Markt Cloud-Technologien, -Services und -Transformations-dienstleistungen offerieren. Aus dieser Grundgesamtheit wurden 160 Anbieter (138 im Jahr zuvor) als relevant bewertet und für eine detaillierte Analyse und Positionierung innerhalb des Benchmarks ausgewählt.

Die Fibel des deutschen Cloud-Marktes - Cloud Vendor Benchmark 2015

  • Cloud ist der Klebstoff zukunftssicherer Geschäftsmodelle – Kooperationen dienen als Vehikel für Ökosysteme und Plattformen und gleichen White Spots aus.
    • IBM machte es den anderen vor: Inzwischen sind auch Cisco sowie HP groß ins Geschäft der offenen vernetzen digitalen Welt eingestiegen - Open Source Federations bzw. Communities sind der kleinste gemeinsame Nenner für Agilität.
  • Ecosystems: Der enorme Push wird erst erfolgen, wenn sich starke Wertschöpfungsnetzwerke mit klarem Mehrwert um Plattformen herum gebildet haben - erste Erfolgsmodelle sind da, aber der große Durchbruch steht hier noch bevor. Das Grundgerüst der API-Konformität ist noch nicht stark genug, um die ersten Silos abzulösen. Fujitsu weiß es nur gut und stieg als erster wieder aus. Es tummeln sich dieser Tage viele Anbieter in verschiedensten Marktplätzen, die aufgrund ihrer Historie unterschiedliche Zielgruppen mit teilweise identischen Lösungen im Reselling adressieren. Wie lange kann das gutgehen, und wie groß kann die Differenzierung durch Value Added Services in puncto Support und Bundles werden? Jetzt starten auch noch europäische (HPs Cloud 28+) oder gar globale (Ciscos Intercloud) Federation-Konzepte und setzen noch eins oben drauf!
    • Distribution: ALSO ist schneller und aggressiver unterwegs als der Rest
    • Broker: T-Systems liegt vorn, Deutsche Börse (DBCE) mit Potenzial
    • Marktplatz: Die Deutsche Telekom an der Spitze wird zunehmend von Salesforce und AWS unter Druck gesetzt
  • Der klassische IT-Markt schrumpft und lässt mehr und mehr Federn! Während traditionelle HW- und SW-Ausgaben stagnieren bzw. sinken, steigt das Auffangbecken Services weiter an - durch Ausgaben in Cloud-Konzepte. Die Experton Group schätzt, dass schon 2019 der klassische SW-Markt durch den SaaS-Markt überrollt wird.
    • ISV-Microsoft ist führend im SaaS-Geschäft; Oracle, SAP und weitere ziehen nach
    • SaaS CRM: Salesforce ist weiter auf dem Kunden-Kontakt-Thron; Microsoft und auch SAP folgen
    • SaaS ERP für KMU: Sage hat die meisten Kunden, SAP ist weiter dran; Exact ist Rising Star; wann folgt Microsoft Dynamics NAV Online?
    • Cloud Workplaces: Vorkonfektionierte und somit kostengünstige Arbeitsplätze finden Großunternehmen am besten bei T-Systems und der Mittelstand bei CANCOM/Pironet – AWS wird aber auch immer interessanter
    • (Unified) Communication as a Service – standardisierte Kommunikation mit virtueller Telefonanlage aus der Steckdose gibt es in hervorragender Manier bei der Deutschen Telekom
  • Der Überlebenskampf der Infrastruktur-Anbieter ist in vollem Gange: Verbleiben die großen HyperScaler wie AWS, Microsoft und – schon abgeschlagen – Google in der hochgradig standardisierten IT-Welt und bleibt somit für die lokalen Systemhäuser nur der Platz in der „Managed-Service-Ecke“?
    • IaaS Self Service: Pionier AWS ist endlich Primus und liefert jetzt auch aus Deutschland; Host Europe ist einziges Systemhaus bzw. Hoster, der Gegenwind bietet; ProfitBricks ist Rising Star
    • IaaS Hybrid Managed Enterprise: T-Systems, IBM, HP und BT führen in diesem Markt der Zukunft; Dimension Data neu im Kreis der Leader
    • IaaS Managed Private: CANCOM/Pironet NDH ist hier das führende Systemhaus; Century Link ist Rising Star mit großem Zukunftspotenzial; Deutsche Telekom hat die größte Wettbewerbsstärke
    • IaaS Mittelstand: IBM ist am attraktivsten; Dimension Data (Rising Star) versteht den Markt und holt mit großen Schritten auf
  • Cloud Transformation: Reicht reine Infrastrukturtransformation im Jahr 2015 noch aus? Bestimmt nicht! Es zählt die kluge Verbindung aus technischer Architektur mit neuen Geschäftsmodellen. Lohnen sich Zertifizierungen und Normierungen sowie branchenspezifische Skills im Kontext Compliance-Konformität? Absolut, jedoch auch nicht im Alleingang und ohne technisches Verständnis.
    • Canopy (Atos) besitzt auch im Jahr 2015 die höchste Portfolioattraktivität; EMC macht große Fortschritte, Acentrix ist Rising Star; Fritz & Macziol greift stark an und besitzt die meisten „Gold“-Abzeichen bzw. Partnerschaften
  • Platform as a Service ist in der applikationszentrierten (a)PaaS-Ausrichtung Commodity; Einige Anbieter suchen Zuflucht in der integrationszentrierten (i)PaaS Ausrichtung und hoffen dort auf Ihr Glück. Wie lange dauert es bis auch dort die Luft aufgrund der anhaltenden API-Standardisierung dünn wird? Verdonnern die durch Docker salonfähig gewordenen Container langfristig die Self-Service-orientierten IaaS- und PaaS-Plattformen zum Verschmelzen?
    • PaaS: Microsoft bietet das in sich rundeste und integrierteste Angebot im derzeit komplexesten Cloud Layer; Progress ist Rising Star; Parallels (ODIN) nistet sich mit der Containertechnologie bei Open Stack ein; Red Hat schlägt mit OpenShift ähnliche Wege wie Cloud Foundry CF ein
  • Inter-Connectivity-Plattformen: Cloud Colocation Hubs sind die Brücken ehemals getrennter privater und öffentlicher Infrastrukturen und sorgen über Best-of-Breed-Lösungen und kooperative Partnerlösungen für Enterprise-konforme (Ausfall-) Sicherheit und Performance auf Basis eines engen SLA-Korsetts.
    • Equinix hat hier aktuell die besten Karten im Wettbewerbsvergleich
  • Software Defined (SDx) ist das große Schlagwort in modernen Rechenzentren! Möglich wird dies durch das Software-basierte Zusammenwachsen ehemals getrennter physischer Welten auf Netzwerk, Storage und Server Ebene; Cloud Management- & Orchestrierungslösungen müssen hier angreifen.
    • VMware ist weiterhin Marktführer und verhält sich schlau; die Konkurrenz aus dem Open-Source-Lager rückt allerdings immer näher. Open Stack ist inzwischen gesetzt, muss aber zwingend individuell veredelt werden
  • Safety first: Die Verschlüsselung von cloudbasierten Infrastrukturen und Services ist auf Anwenderseite ein Dauerbrenner und somit für Anbieter wichtiger denn je.
    • Trend Micro fällt gemeinsam mit CipherCloud (T-Systems) am positivsten auf

Cloud Trends & Spendings für Deutschland

Nach aktuellen Prognosen der Experton Group werden in 2015 die Ausgaben der deutschen Unternehmen für Cloud-Technologien, Cloud Services und entsprechende Beratungs- und Integrationsservices bei rund 9 Milliarden Euro liegen. Der Cloud-Markt erlebt 2015 eine Wachablösung. Erstmalig überflügeln die Ausgaben für Cloud Services die Gesamtausgaben für Cloud-Technologien und Transformation (Beratungs- und Integrationsservices). Dieser langfristige Trend bei den gesamten ICT-Ausgaben, getrieben durch Cloud Computing, setzt sich konsequenterweise im Cloud-Markt selbst ebenfalls fort.

Getrieben wird der Cloud-Markt nach wie vor durch Trends wie Big Data, Mobility, Social Business (UC + Collaboration) und einer zunehmenden Digitalisierung und globalen Vernetzung. Cloud Computing hat nicht nur dafür gesorgt, dass der Bezug und Konsum von IT-Ressourcen sexy sein kann und immer häufiger wird, die Philosophie hinter diesem Modell prägt unsere Generation über weite Teile unserer Gesellschaft. Folgende Trends sollen Einblick in aktuelle markverändernde Tendenzen geben.

 

Zitate (Heiko Henkes, Cloud Lead Advisor; Projektleiter CVB15):

Software Defined Networks (SDN) waren im Prinzip der Anfang einer neuen Generation von frei steuerbaren und in sich überwachbaren Ressourcen-Pools, die letztlich auf transparenten Schnittstellen und Virtualisierung basierten. Dieser Trend verbreitet sich zunehmend weiter nach oben in der Layer-Hierarchie und führt zu den Software Defined Datacenters und Multi-Cloud-Architekturen. IaaS wird dadurch zunehmend Commodity und mit PaaS als kontinuierliche und automatisierte Integrationsplattform kombiniert.

Die DevOPS-Mentalität als Begrifflichkeit, die kurze Wege zwischen IT-Administration, Software- bzw. Serviceentwicklung und letztlich Management beschreibt, steht für agile, integrierte und ganzheitliche Prozesse und natürlich für ein schnelles Go to Market. In dieser Hinsicht dockt das Application Centric/Agile Development als Paradebeispiel der Verzahnung von Meilensteinen mit kleinen gekapselten „Bröckchen“ bzw. Apps nahtlos an die Fabric Based Datacenter-Struktur und die DevOPS-Mentalität an und führt zu immer kürzeren Release-Zyklen und Fortschritten.

Der Trend wird durch API-Modularität über hardwarenah kommunizierende und sich selbst konfigurierende Container befeuert – APIs sind der kleinste gemeinsame Nenner der „d!conomy“.

Open Source wird dabei in vielen Fällen zum Enabler bzw. zur Schlüsselkomponente für Innovationskraft. Der Code wird getrimmt, so dass das Ökosystem die Schleifarbeit und Fehlersuche übernimmt und für Anbieter zum Know-how-Lieferant wird. Aus Community Editions werden SLA-konforme Enterprise Editions mit professionellem Support.

Hyper Converged Systems dienen als Cloud-Einstieg und führen zu einer Erhöhung der Standardisierung von Private Clouds bei Anwendern und auch Anbietern. Es bilden sich Hybrid-Cloud-Brückenkonstrukte.

Cloud Broker (integriert auf Basis von Cloud Management und iPaaS) konkurrieren inzwischen immer häufiger durch integrierte Enterprise-konformer IT-Auslieferung mit häufig SaaS-zentrierten Marktplatzbetreibern.

Ergebnisauszug:

Cloud Vendor Benchmark 2015 – IaaS Self Service Public Cloud

Das Feld wird lichter! Trauen sich bald nur noch die globalen HyperScaler an dieses margenlose Segment heran? Auf welche individuellen Teil- und Differenzierungsprozesse müssen Anwender mit „Geiz ist Geil“-Mentalität verzichten, bzw. welche eigenen Kompetenzen sind erforderlich?