Cloud Vendor Benchmark 2012
Mit der dritten Auflage des Anbietervergleichs „Cloud Vendor Benchmark 2012“ wird die Experton Group auch in diesem Jahr CIOs und IT-Managern konkrete Unterstützung bei der Evaluierung und Auswahl der für ihr Unternehmen geeigneten Cloud-Vendoren bieten. [mehr]
Systeme der nächsten Generation
Die neuen Angebote von EMC Corp., Hewlett-Packard Co. (HP), IBM Corp. und Oracle Corp. leisten einen großen Beitrag zur Reduzierung der IT-Betriebskosten, so dass Unternehmen in Innovation und Umsatzchancen investieren können (siehe auch Artikel über IBM PureSystems).
EMC hat seinen konvergente, Infrastruktur-Ansatz vBlock um VSPEX erweitert, eine bewährte, vorkonfigurierte Infrastruktur. HP verfolgt inzwischen einen dreifachen Ansatz hin zu einer konvergenten Architektur. EMC bezeichnet sein neues umfassendes Angebot als einfach, effizient und flexibel und arbeitet mit allen möglichen Partnern zusammen. HP wiederum stellt die Behauptung auf, die Erwartungen und wirtschaftlichen Faktoren im Rechenzentrumsumfeld würden durch seine Lösungen neu definiert – mit zusätzlicher Intelligenz für eine maximale Performance bei minimalen Ausfallzeiten und minimalem Aufwand auf Seiten der Kunden. IT-Verantwortliche sollten die Vor- und Nachteile der verschiedenen Infrastruktur-Technologien entsprechend evaluieren und gegebenenfalls diese Infrastrukturen in ihre Zielumgebungen integrieren.
Auch Oracle mischt in der Schlacht um die nächste Generation mit seinem „Engineered Systems“ Konzept kräftig mit. Als Oracle 2009 Sun Microsystems aufkaufte, hatte man bereits diese Full-Stack Systeme „aus einem Guss“ im Kopf und fragte sich, wie man mit einem Angebot aus integrierten Systemen den Schritt in die Hardware-Welt schaffen konnte, und das auch noch gewinnträchtig. Oracles Ziel bestand keineswegs darin, einzelne Hardware-Bausteine zu verkaufen – die als Standard-Hardware mit entsprechend niedrigen Preisen zumeist nur schmale Gewinne abwerfen – sondern die Hardware- und Software-Schichten in einen vertikalen Stack zu integrieren, der für die Applikationen und Middleware, Oracles Brot- und Butter-Geschäft, optimiert ist. Diese Engineered Systems sind die Exadata und Exalogic Maschinen und der SPARC Supercluster.
Mit diesen Systemen wird ein dreifacher Ansatz verfolgt:
- Nutzung von Trends in den Bereichen Netzwerke, Prozessoren, Storage und Systeme für innovative Lösungen, bestehend aus einer Kombination der Oracle Software und der Sun Hard- und Software
- Integration von Komponenten aus dem Oracle Software Stack, so dass eine hohe Wertschöpfung für den Kunden geboten wird
- Bereitstellung eines vollständigen, offenen, integrierten Stacks bestehend aus Applikationen, Datenbank, Hardware, Infrastruktur und Middleware
Doch Oracle behauptet zwar, seine Strategie bezwecke einen offenen Stack, in Wirklichkeit ist dieser Stack jedoch keinesfalls offen, sondern proprietärer Natur, und der Anbieter sorgt gezielt dafür, dass Mitbewerber mit alternativen Stack-Komponenten nicht zertifiziert werden können.
HP Triple Play: Anfang November letzten Jahres stellte HP seine neuen Rechenzentrums- und Cloud-Strategien vor. Als erstes kam Project Moonshot, eine Hyperscale-Architektur, bei der Tausende von extrem stromsparenden System-on-a-Chip (SoC) Prozessoren gemeinsam auf ein integriertes Fabric aufsetzen und in einem einzigen Serverschrank oder Rack untergebracht und entsprechend gemanagt werden; hinzu kommen des Weiteren Stromversorgung und Kühlung sowie Storage Pools. Zu diesem Thema hat Experton Group eine Research Note publiziert, die sich detailliert mit Project Moonshot befasst.
Doch auch das Project Voyager, eine weitere über zwei Jahre angelegte Forschungs- und Entwicklungs-Initiative und Teil von HP’s langfristigem Transformationsplan für den Server-Markt, hat bereits die erste Version seiner ProLiant Gen8 Server der nächsten Generation auf den Weg gebracht. Diese Server mit einer HP ProActive Insight Architektur sollen die Nutzererfahrung über den gesamten Lebenszyklus des Servers einfacher gestalten. Die neuen ProLiant Plattformen adressieren vier wesentliche operative Elemente: integrierte Life Cycle Automation; dynamische Workloadbeschleunigung; automatische Energieoptimierung und proaktiven Service und Support.
Laut HP-Angaben soll sich die Produktivität der Administratoren dank des Funktionsumfangs des integrierten Life Cycle Automation Pakets um das Dreifache erhöhen, und zwar aufgrund intelligenter Bereitstellungsmöglichkeiten, durch die die Hälfte der Einrichtungsschritte wegfällt und die Systeminstallationszeit um zwei Drittel verkürzt wird; hinzu kommen eine schnellere Problemanalyse und schnellere Updates. Die für Updates benötigte Zeit verringert sich laut HP um fast 70 Prozent.
Ähnlich wie die Angebote von EMC sollten diese Server im Vergleich zu früheren Generationen und Angeboten der Mitbewerber, die über keine integrierte Prozesskompetenz verfügen, einen entsprechend guten ROI und TCO bringen.
Fazit: Es steht zu erwarten, dass die Hersteller verstärkt Angebote mit „Engineered“ Lösungen auf den Markt bringen werden, die zudem über zusätzliches Expertenwissen verfügen, so dass weniger Personal und weniger Zeit benötigt wird und die operativen Kosten gesenkt werden können. Doch die Angebote von HP und Oracle sind eigentlich Insellösungen mit integrierter Intelligenz. Sie stellen durchaus Verbesserungen gegenüber früheren Paketen dar, doch die Administratoren haben immer noch alle Hände voll zu tun. HP hat Anspielungen auf noch höher entwickelte Angebote fallen lassen, aber keine weiteren Details dazu bekanntgegeben. Oracles Unternehmungen wiederum zielen weniger darauf ab, die Kundenprobleme zu lösen, als vielmehr darauf, die Anwender auf den Oracle-eigenen Stack festzunageln. EMC dagegen hat das Dilemma der Kunden begriffen und Angebote der nächsten Generation entwickelt, die die operativen Hürden für bestimmte Umgebungen ganzheitlich lösen. Die potentielle Herausforderung der EMC Stacks liegt in deren großer Spannbreite – insbesondere den vielen Herstellerpartnern – und der Möglichkeit des Kunden, in dem neuen integrierten Lösungs-Set einen zu haben, dem sie den „Hals umdrehen können“. Auch IBM hat mit seiner PureSystems Ankündigung gezeigt, dass die Herausforderung der Kunden verstanden wurde.
Facebook weist in seinem Börsenprospekt auf mobile Risiken hin
Die Facebook-Führungsriege befindet sich anlässlich des geplanten Börsengangs auf einer Aktienverkaufsrunde und rührt die Werbetrommel für eine Transaktion, die den Wert der Social Media Firma auf 96 Milliarden USD beziffert bzw. mit den letzten Ankündigungen sogar über 100 Milliarden. Das Haar in der Suppe sind dabei immer wieder Unsicherheiten bezüglich des Gewinnmodels mit mobilen Apps; um diese Risiken hervorzuheben, hat das Unternehmen nun eine Änderung seines S-1 Filings, also seines Börsengangantrags bei der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingeleitet.
In diesem neuen Antrag für den Börsengang wird detailliert dargelegt, wie sich der Wechsel der Social Networking Community vom PC hin zu mobilen Endgeräten derzeit negativ auswirkt, auch wenn sich dadurch neue Marktchancen auftun. Das reduziert die potenziell zu erwirtschaftenden Werbeerlöse, was wiederum langfristig den wichtigsten Umsatzstrom gefährdet. Facebook hat bereits verlauten lassen, dass bislang keine wirklich gute Möglichkeit gefunden wurde, mit der riesengroßen Basis an mobilen Nutzern – Stand März durchschnittlich 488 Millionen Unique Users pro Monat – richtig viel Geld zu verdienen.
Unter dem Punkt “Risikofaktoren” des aktualisierten Börsenprospekts ist zu lesen: “Unserer Meinung nach hat die zunehmende Nutzung von Facebook auf mobilen Endgeräten mit dazu geführt, dass die DAU-Rate (Daily Active Users) schneller angestiegen ist als die Anzahl der Werbeeinträge. Wenn der Trend dahin geht, dass immer mehr Nutzer die mobilen Produkte von Facebook als Ersatz für ihre Apps auf PCs einsetzen, und wir nicht in der Lage sind, erfolgreiche Monetarisierungsstrategien für unsere mobilen Nutzer zu implementieren oder dabei allzu hohe Kosten entstehen, hätte dies auf unser Umsatzwachstum und unser Finanzergebnis negative Auswirkungen.“
Das Unternehmen hat bereits ein paar Initiativen in die Wege geleitet, mit denen mobile Umsätze generiert werden sollen, unter anderem die neuen “Sponsored Stories” in mobilen News Feeds; allerdings wurde betont, dass Facebook bei neuen Features, die die Nutzer befremden oder abschrecken könnten, Vorsicht an den Tag legen wird. Die umfassendere mobile Vision basiert auf der Entwicklung einer vollumfänglichen Plattform für Apps, Inhalte und Unified Messaging, die auf den Kerndiensten aufbaut. Damit sollen dann nicht mehr nur Umsätze mit Anzeigenerlösen generiert werden; zudem soll so die Gesamtwirkung verstärkt werden. Und was noch wichtig ist: Damit können potenzielle Herausforderungen von Konkurrenten wie Google und Apple, die ja bereits über mobile Plattformen verfügen, abgewehrt werden.
Kürzlich hat Facebook einen entsprechenden Schritt in diese Richtung unternommen und seinen eigenen App Store eingeführt. Das ermöglicht den einfachen Zugang zu Social Apps auf der Facebook Plattform und bietet integrierte und vereinfachte Discovery- und integrierte Zahlungs-Optionen. Das App Center soll im Laufe der nächsten Wochen über iOS und Android Facebook Apps und im Web in Betrieb genommen werden. Alle Canvas-, mobilen und Web Apps, die die Richtlinien von Facebook einhalten, können hier aufgeführt werden. Das Ziel besteht nicht darin, eine so große Apps-Basis wie Apple aufzubauen, sondern die Entwickler von mobilen Apps dazu zu bringen, die Facebook APIs (Programmierschnittstellen) zu nutzen – so wie etwa Pinterest, Draw Something und Viddy. Wenn die im neuen Center gefundenen Apps installiert werden müssen, werden die Verbraucher nach wie vor auf App Store oder Google Play weitergeleitet.
Im Facebook Blog heißt es: “Viele Entwickler haben erfolgreich In-App Verkäufe getätigt, doch damit mehr unterschiedliche Arten von Apps auf Facebook.com unterstützt werden, haben Entwickler jetzt die Option, zahlpflichtige Applikationen anzubieten. Diese Zahlungsfunktion ist einfach zu implementieren; für die Nutzung einer App auf Facebook.com wird eine Pauschale entrichtet.“
Der soziale Riese bewegt sich derzeit auf einem schwierigen Weg: einerseits die Zusammenarbeit mit iOS und Android, andererseits der Versuch, deren Eigentümern die Flügel zu stutzen. Facebook erhofft sich mit dem Wechsel des mobilen Marktes zu Web Services und HTML5 mehr Bewegungsfreiheit, denn dadurch wird die Marktmacht der einzelnen Betriebssysteme geschwächt, was wiederum Firmen zugutekommt, die nicht über ein eigenes Betriebssystem verfügen. Facebook hat sich für HTML5 stark gemacht und zugegeben, dass die fehlende Kontrolle eines Betriebssystems Nachteile mit sich bringt, insbesondere angesichts der Tatsache, dass Google seine eigene Social App, Google+, immer enger mit Android integriert.
Aus diesem Grund gibt es hartnäckige Gerüchte, die besagen, dass Facebook eventuell ein eigenes Betriebssystem entwickeln wird, entweder durch Aufkauf (in einer Phase war z.B. von WebOS die Rede) oder die Entwicklung eines neuartigen Browsers/Betriebssystems, das auf Linux oder sogar Android aufbaut, wie Mozilla. Es wurde zudem eine Reihe von Funktionen für so genannte Feature Phones entwickelt, womit der Markt in Schwellenländern angezapft werden soll.
Doch nichts davon verspricht eine sichere Möglichkeit, in Zukunft Umsätze mit mobilen Apps zu generieren. Im ursprünglichen Börsengangantrag wurden mobile Plattformen als „geschäftskritisch für die weitere langfristige Zunahme an Nutzern“ angesehen; die Zuwachsrate an mobilen Nutzern würde „in nächster Zukunft“ die Gesamtwachstumsrate an Nutzern übertreffen, „teilweise auch deshalb, weil wir uns auf die Entwicklung von mobilen Produkten konzentrieren, um die mobile Nutzung von Facebook voranzutreiben.“
Allerdings wird auch gesagt: “Wir generieren derzeit mit den mobilen Produkten von Facebook keine relevanten Umsätze, und ob wir dazu in der Lage sein werden, ist noch nicht bewiesen.“ Und weiter heißt es: “Wenn wir es nicht schaffen, erfolgreiche Monetarisierungsstrategien für unsere mobilen Nutzer zu implementieren, könnte sich das negativ auf unsere Umsätze und unser finanzielles Ergebnis auswirken.” Es wurde auf die zunehmenden Umsätze mit mobilen Anzeigen hingewiesen und eine Quelle zitiert, die dafür eine durchschnittliche (jährliche) Wachstumsrate von 64% Prozent bzw. einen Gesamtumsatz von 17,6 Milliarden USD im Jahr 2015 ansetzt. Der Großteil der Facebook-Umsätze – im Jahr 2011 85% – wird mit PC-basierter Werbung generiert; im letzten Jahr wurden damit bei einem Umsatz von 3,71 Milliarden USD Reingewinne in Höhe von 668 Millionen USD erwirtschaftet.
Nachtrag – Last Minute News: New York 17. Mai 2012: Facebook bricht mit seinem IPO Rekorde: Das soziale Netzwerk stemmt den größten Börsengang eines Internetunternehmens aller Zeiten und nimmt mindestens 16 Milliarden Dollar (knapp 12,6 Milliarden Euro) ein. Für seine Aktien erzielte es den Höchstpreis. Die Anteilsscheine gingen am Donnerstag den 17. Mai für 38 Dollar das Stück an die Investoren, wie das Unternehmen mitteilte. Damit wurde das obere Ende der Preisspanne von 34 bis 38 Dollar erreicht. Der Börsenwert von Facebook beläuft sich damit auf 104 Milliarden Dollar.
Samsung ärgert Apple: Endlich gute Nutzererfahrung
Samsung stellte sein neues Flaggschiff-Produkt vor, das Galaxy S III und positioniert sich damit neben HTC im nur dünn besiedelten Markt der Quad-Core LTE Supertelefone, in dem Apple, was die Funktionalität angeht, inzwischen mehr und mehr zurückfällt. Bislang sah sich Apple nicht genötigt, mit seinem iPhone auch hohe technische Anforderungen zu erfüllen, denn es war klar, dass sich die Produkte dank der Beliebtheit der Apple Marke und ihrer guten Nutzererfahrung auch ohne 4G oder 3D gut verkaufen würden. Doch diesmal steht Apple unter Zugzwang und muss bei der Vorstellung des iPhone 5 auch einmal ein paar echte Innovationen auffahren, anstatt einfach das nächste iPhone auf Basis seiner berühmten, aber inzwischen eben auch fünf Jahre alten Plattform herausbringen. Warum das? Nun, mit Hardware allein können andere Anbieter das iPhone wohl kaum aus dem Rennen schlagen, doch ein neuer Ansatz hinsichtlich, der auf eine höhere Benutzerfreundlichkeit und bessere Benutzererfahrung abzielt, könnte das vielleicht doch ändern. Und nach jahrelangem Herumprobieren wartet Samsung nun tatsächlich mit einer Benutzererfahrung auf, die noch „apple-mäßiger“ als Apple sein könnte. Anhand jeder Menge Sensoren und Sprachaktivierungs-Features wird ein Handset versprochen, das „Ihnen zuhört und versteht, was Sie wollen“. Anders als bei den meisten anderen Samsung Versprechen hinsichtlich der Benutzerschnittstelle wurde dieser Anspruch auch von vielen Analysten und Bewertern inzwischen untermauert. Der koreanische Hersteller muss allerdings auch sonst noch einiges auf die Reihe bekommen – insbesondere einen schnelleren Marktgang in den USA als das mit dem S II der Fall war, und einen wirklich erfolgreichen Marktgang in China, wo Apple jetzt doch noch der große Durchbruch gelingt. Das S III hat gute Chancen, die dominante Position von Samsung im Android-Markt weiter zu verfestigen und Apple dazu zu zwingen, diesen Herbst auch mit etwas ganz Besonderem aufzuwarten.
Zweifellos braucht es das „iPhone 5‟ und womöglich sogar noch das „iPhone 6‟ von Apple, um es mit dem S III hardwaremäßig aufzunehmen; doch das ist natürlich nur eine Seite der Medaille, und Samsung muss es erst einmal schaffen, bei seinem Rivalen in den Punkten Markenbekanntheit und -beliebtheit sowie Softwareerfahrung aufzuholen. Der beeindruckende Funktionsumfang und die Marketingkampagne für das S III werden nach wie vor gedämpft von nagenden Zweifeln dahingehend, ob Samsung wirklich in der Lange sein wird, die Inhaltsplattform und Integration mit seinen anderen Display-Formaten wie zum Beispiel Fernsehbildschirmen zu liefern, wodurch das Galaxy sich zum Kernstück einer breiteren Plattform entwickeln würde und weniger stark der Wankelmütigkeit der Verbraucher ausgesetzt wäre.
Allerdings hat der Hersteller sich wirklich ernsthaft Mühe gegeben, die Nutzererfahrung zu verbessern. Insgesamt zeichnet sich das Handset durch eine höhere Intelligenz aus und die Fähigkeit, „zu sehen und zu hören“, wie Samsung es ausgedrückt hat. Zum ersten Mal haben wir hier ein neues Galaxy Endgerät, das softwareseitig wirklich ein paar radikale neue Denkansätze verfolgt und wegen seines User Interfaces gelobt wird, was ja eher nicht unbedingt Samsungs starke Seite ist. Bislang hat das Samsung TouchWiz UI die Welt nicht gerade in große Begeisterung versetzt, doch die ersten Besprechungen der neuesten Version, die auf Android Ice Cream Sandwich läuft (diese Tatsache aber zum größten Teil verbirgt), weisen darauf hin, dass hier ein großer Schritt nach vorn getan wurde.
IBM PureSystems
Nach Meinung der Experton Group beruht die Einfachheit der Computer-Systeme der nächsten Generation mehr auf Automatisierung und der Durchsetzung von Standardisierungsaspekten als auf Konsolidierungs- und Virtualisierungs-Komponenten. Die verstärkte Standardisierung ist durchaus zu begrüßen; allerdings werden Großunternehmen, insbesondere Entwicklungsorganisationen, diesem Vorstoß wohl höchstwahrscheinlich entgegentreten und darauf bestehen, dass die Entwickler die Standards und Maßstäbe für jede neue Applikation selbst setzen. Dennoch verzeichnen die neuen Angebote von IBM große Fortschritte bei der Reduzierung der Betriebskosten, so dass Unternehmen ihr Geld in Innovationen und Umsatzchancen investieren können. IT-Verantwortliche sollten diese Lösungen nicht einfach beiseiteschieben, sondern sich mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Angebote vertraut machen und herausfinden, welche dieser Angebote die jeweiligen Unternehmensanforderungen adressieren kann; anhand von Pilotprojekten kann man dann sehen, ob sie die in sie gesetzten Erwartungen tatsächlich erfüllen können.
Über drei Jahre lang hat IBM an den typischen Infrastruktur- und Plattformthemen im Hinblick auf Projektbudgets, Probleme und Zeitaufwände gearbeitet und zwei Milliarden Dollar in die Umgestaltung und den Aufbau von vorkonfigurierten, vorintegrierten Systemen gesteckt. In diese Bemühungen floss das Wissen aus Tausenden von Optimierungsprojekten im Rechenzentrumsumfeld mit ein.
Business-Imperative
- Die nächste Systemgeneration stellt im Zuge der Cloud Computing Lösungen das Entwicklungs-/ Betriebsmodell auf den Kopf. Während beim traditionellen Ansatz die Applikationsarchitektur von der Entwicklung bestimmt wird, bietet das neue Modell der Entwicklung alternative Betriebsinfrastrukturen an, und die jeweilige Applikation kann sich dann aussuchen, auf welcher Infrastruktur sie laufen will. Diese erzwungene Standardisierung sowie die Automatisierungsfunktionen ermöglicht der IT Einsparungen bei den Anlagen, der Hardware, der Software, dem Personal und dem Stromverbrauch. Doch dieser Paradigmenwechsel kann nicht von den Anbietern vorangetrieben werden, sondern muss von der Unternehmens- und IT-Leitung in Angriff genommen werden. IT-Verantwortliche sollten eine Kosten-/ Nutzen-Analyse eines solchen Wechsels zu Lösungen wie PureSystems durchführen und sich dann entscheiden, ob und wo solche Initiativen Sinn machen; danach gilt es, ein Governance-Programm auf die Beine zu stellen, damit das Ganze auch wirklich wie gewünscht umgesetzt wird.
- Die IBM PureSystems Angebote kommen als Infrastruktursysteme namens PureFlex und Plattformlösungen namens PureApplication einher. Über drei Jahre lang hat IBM sich mit der Analyse und Umgestaltung der Systeme beschäftigt, mit dem Ziel, integrierte Rechenzentrumslösungen mit eingebauter Expertise zu entwickeln. Laut IBM-Angaben sollen die PureFlex Infrastrukturangebote Ressourcenbedarfe aufspüren und prognostizieren und so die Auslastung der Infrastruktur optimieren. IT-Entscheider sollten die Vor- und Nachteile dieser Art von automatisierten und standardisierten Infrastruktur-Technologien auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls die jeweils in Frage kommende Infrastruktur in ihre Zielumgebungen integrieren.
- Nach eigenen Angaben sollen auf den IBM PureApplication Plattformlösungen Applikationen optimal eingerichtet und betrieben werden, um so eine schnellere Wertschöpfung zu gewährleisten. Der Hersteller hat in Zusammenarbeit mit seinen Geschäftspartnern über 100 vorkonfigurierte und vorintegrierte Plattformangebote auf Basis von optimierten Applikationsnutzungsmustern entwickelt. Diese optimierten Lösungen können schnell installiert und eingerichtet werden, verfügen über einen hohen Automatisierungsgrad sowie eine hohe Effizienz und verbrauchen weniger Ressourcen; gleichzeitig bieten sie eine höhere Verfügbarkeit als traditionelle Systemplattformen. Es gilt, diese Architekturlösungen zu verstehen und zu bewerten; darauf aufbauend kann dann entschieden werden, ob sie sich für die Einbeziehung in die jeweiligen Zielumgebungen eignen. Wenn ja, muss man in Zusammenarbeit mit dem/den jeweiligen Hersteller(n) die in Frage kommenden Plattformen gegebenenfalls entsprechend integrieren. Auch die Zustimmung der Entwicklungsabteilung muss eingeholt werden, damit sie die Nutzung dieser Plattform vorbehaltlos unterstützt und nicht auf der Implementierung ihrer selbstentwickelten Lösungen besteht.
Fazit: Es steht zu erwarten, dass die Hersteller verstärkt Angebote mit maßgeschneiderten „Engineered“ Lösungen auf den Markt bringen werden, die zudem über zusätzliches eingebautes Expertenwissen verfügen, so dass weniger Personal und weniger Zeit benötigt wird und die operativen Kosten gesenkt werden können. IBM hat hohe Investitionen getätigt (und Firmen aufgekauft, um die Lücken zu füllen), um ein erstes Angebot an so genannten „Expert Integrated Systems“ zu entwickeln und anbieten zu können. Die Experton Group konnte die IBM-Aussagen zwar nicht validieren, aber wie immer wird es wohl so sein, dass es im „jeweiligen Einzelfall auch anders sein kann“, und die Erfahrungswerte entsprechen ja so gut wie nie den Benchmarkwerten. Das gilt für die Behauptungen und Performanceversprechen von IBM ebenso wie für alle anderen Anbieter. Diese Systeme der nächsten Generation sind zudem noch nicht voll ausgereift, und es ist noch ein langer Weg, bis sie wirklich all das bieten, was für die Kunden erstrebenswert ist. Doch die größten Stolpersteine, die der Nutzung im Wege stehen, werden die Unternehmens- und die Entwicklungskultur der Anwenderorganisationen sein. Ein Wandel dieses Paradigmas erfordert ein starkes Management. IT-Verantwortliche müssen die Notwendigkeit und die Vorteile einer veränderten Unternehmenskultur verstehen und dann Konsolidierung, Standardisierung und Virtualisierung in Angriff nehmen, deren Nutzen und Vorteile dem IT-Personal wie auch den Anwendern kommunizieren und sich der Unterstützung des Entwicklungs-Teams und des IT-Betriebs vergewissern, damit ein Wechsel zu diesem neuen Paradigma stattfinden kann. Es gilt zudem, in Zusammenarbeit mit den strategischen Partnern ein Verständnis der Lösungen der nächsten Generation zu entwickeln und entsprechende Pilotprojekte zu fahren; so kann man sehen, wie die Ansätze der einzelnen Anbieter zur Unternehmensausrichtung passen, und sich dann entsprechend für den passenden Partner entscheiden.
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Dell, Dell und noch mehr Dell
Dell setzt seine Akquisitions-Orgie fort: Der Hersteller hat nun den Migrations-Spezialisten Clerity Solutions Inc. sowie Make Technologies Inc., einen Hersteller von Software für die Modernisierung von Applikationen, aufgekauft. Im Laufe des letzten Monats kamen zudem SonicWALL Inc., ein Anbieter von Lösungen für die Netzwerksicherheit und den Datenschutz, sowie Wyse Technology Inc., ein Hersteller von Thin Client Lösungen, hinzu.
• Dell hat laut eigenen Angaben die Firma Clerity aufgekauft, einen der führenden Anbieter von Lösungen und Dienstleistungen im Bereich Applikationsmodernisierung und Rehosting. Damit soll die Dell Services Geschäftssparte Kunden besser helfen können, ihre geschäftskritischen Applikationen und Daten kostengünstiger von Altsystemen auf moderne Architekturen, u.a. auch Cloud-Architekturen, überzuführen.
• Die zweite Akquisition von Dell in derselben Woche war Make Technologies, ein Hersteller von Tools für die Modernisierung von Mainframe- und Midrange-Applikationen. Mit dieser Akquisition hat Dell ein Tool an der Hand, mit dem die Struktur von Mainframe- und Midrange-Applikationen, die meistens in COBOL oder RPG geschrieben sind, untersucht werden kann.
• Im März kaufte Dell die Firma SonicWALL auf, einen nicht börsennotierten Anbieter von Datensicherheitslösungen im Unternehmensumfeld. Der Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben, doch laut Berichten der New York Times zahlte Dell etwa 1,25 Milliarden USD, inklusive Schuldenübernahmen von SonicWALL. Damit ist Dell nun im Besitz von hochwertigen Services für die Absicherung von Netzwerken; dazu zählen u.a. Netzwerk-Firewalls der nächsten Generation, E-Mail Schutz, Backup und Recovery Lösungen sowie Services im Bereich Policy, Management und Reporting.
Nach Meinung der Experton Group bemüht sich Dell auf aggressive Weise, sich in einen Full-Service Anbieter von IT-Produkten und Services für Unternehmenskunden zu verwandeln; diese Bemühungen dürften auch tatsächlich von Erfolg gekrönt sein. Dell hat eingesehen, dass mit dem PC-Geschäft für Privatanwender in Zukunft nicht die erforderlichen Wachstumsraten erzielt werden können, nachdem inzwischen Apple mit seinen Smartphone- und Tablet-Produkten und Services den Markt beherrscht. Die Unternehmensleitung hat erkannt, wie erfolgreich die Data Center Solutions Sparte ist: Sie hat sich zu einem Geschäft mit Umsätzen im 1 Milliarde USD Bereich gemausert und ist inzwischen der größte Anbieter von dichte-optimierten Servern.
IT-Entscheider, die in Dell einen strategischen Partner sehen, sollten sich mit der Dell-Geschäftsleitung zusammensetzen und sich deren Strategie und Roadmap erklären lassen. So wird sichergestellt, dass die Marschrichtung und der Zeitplan von Dell mit den jeweiligen Unternehmenszielen und -anforderungen vereinbar sind. Wer mit Dell als Lieferant, aber nicht als strategischem Partner zusammenarbeitet, sollte Dell weiterhin mit in die engere Auswahl nehmen; damit wird dafür gesorgt, dass das betreffende Anwenderunternehmen von seinen Full-Service Partnern, für die Dell einen Konkurrenten darstellt, die bestmöglichen Deals herausholen kann.






